Mein Vater war so stolz gewesen, als Johannes der Täufer in unser Haus gekommen war, um ihm mitzuteilen, dass er mich zu seinem Schüler erwählt hatte. Zugegeben, Johannes war eine ungewöhnliche Erscheinung, aber kaum jemand zweifelte daran, dass er ein echter Prophet war. Und nun sollte ich sein Schüler werden. Ich hatte viel dafür getan. Ich hatte die heiligen Schriften studiert, solange ich denken konnte, und ich hatte sie auswendig gelernt, denn es war immer mein höchstes Ziel gewesen, einem angesehenen Rabbi zu folgen. Natürlich sagte mein Vater nichts davon, was er sich für mein Leben erhofft hatte. Einem Rabbi zu folgen, war eine große Ehre, auch wenn es bedeutete, dass ich die Familientradition nicht weiterführen würde. So hatte ich mich von ihm und meiner Mutter verabschiedet, um Johannes auf Schritt und Tritt zu folgen. Ich wollte werden wie er.
Mit neuen Augen sehen....
Mittwoch, 15. Mai 2024
Eine Begegnung die alles veränderte.
Menschen kamen uns nach, ganz gleich, wo wir waren, um seine Predigten zu hören und ihr Leben durch eine Taufe Gott neu zu weihen. Manchmal überließ Johannes mir und den anderen Jüngern diese Aufgabe. Johannes war ein leidenschaftlicher Prediger, aber wenn wir mit ihm allein waren, sprach er wenig. Dafür fastete er viel, und wir taten es ihm gleich. Ich war stolz, einer seiner Jünger zu sein. Und ich liebte die ehrfürchtigen Blicke der Menschen in den Dörfern. Keiner hatte meinen Vater je so angesehen.
Es gab noch einen anderen Rabbi, der auf sich aufmerksam machte. Johannes schien ihn zu kennen und zu schätzen. Einmal hörte ich ihn sagen, dass er der verheißene Messias sei. Das jedoch konnte ich mir kaum vorstellen. Sein Lebenswandel hatte nichts mit der Radikalität von Johannes zu tun. Er war bekannt dafür, dass er aß und trank. Außerdem folgten ihm einige Frauen und nicht nur ich fragte mich, in welcher Beziehung er zu ihnen stand. Auch er hatte sich einige Schüler erwählt. Die meisten jedoch waren einfache Fischer. Sogar ein Zöllner war dabei. Ich hatte mir längst ein eigenes Bild von diesem Mann gemacht, der nicht einmal dafür sorgte, dass seine Jünger regelmäßig fasteten.
Johannes war bekannt für seine scharfe Zunge. Er hatte sich sogar in die Angelegenheiten des Königs Herodes eingemischt und war dafür eingesperrt worden. Jeden Tag brachten wir ihm, was er brauchte. Auch heute Morgen waren wir bereits vor Sonnenaufgang aufgestanden und hatten auf dem Markt Honig und Brot für Johannes gekauft. Jetzt standen wir vor dem Gefängnis und warteten auf den Vorsteher, der uns zu Johannes führen würde. Wir schwiegen. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Ich machte mir Sorgen. Was würde aus uns werden, wenn Johannes im Gefängnis bleiben müsste? König Herodes war bekannt für seine Kaltblütigkeit. Ich befürchtete, Johannes könnte seine Zurechtweisung gegenüber Herodes mit seinem Leben bezahlen müssen. Es durfte hier nicht enden. Nicht in einem schmutzigen Gefängnis. Ich hatte alles dafür aufgegeben, Johannes zu folgen.
Die Sonne brannte mittlerweile unbarmherzig auf uns nieder, als die Tür des Gefängnisses sich endlich öffnete. „Folgt mir!“ Die Stimme des Vorstehers war kalt und schneidend. Wir fanden Johannes mit geschlossenen Augen in seiner Zelle sitzen und beten. Wir zwängten uns zu viert in den muffigen Raum, als die Tür hinter uns bereits wieder ins Schloss fiel. Johannes öffnete die Augen und schaute jedem von uns ins Gesicht. Seine Augen ruhten lange auf mir. Ich konnte seine Gedanken nicht ergründen. War das Sorge? Schließlich nahm er das mitgebrachte Essen aus meiner Hand und nickte uns zum Dank zu. „Abiah und Shimei, geht zu Jesus und fragt ihn: Bist du der, der kommen soll? Oder sollen wir auf einen anderen warten?"
Überrascht schauten wir uns an. Doch Johannes sagte nichts weiter, sondern begann zu essen. Deshalb nickte ich und verließ gemeinsam mit Schimei das Gefängnis.
Der Fußmarsch nach Galiläa war lang und beschwerlich. Unterwegs fragten wir immer wieder nach dem Prediger aus Nazareth, ansonsten schwiegen wir, wie wir es gewohnt waren. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach.
Ich vermutete, dass Johannes Gewissheit brauchte. Vermutlich war seine Überzeugung, wer dieser Jesus war, ins Wanken geraten. Es erfüllte mich mit Stolz, dass er mich für diese Aufgabe auserwählt hatte.
Je näher wir dem Ort kamen, in dem wir Jesus vermuteten, desto häufiger hörten wir Geschichten von Wunderheilungen. Ich gebe zu, ich war skeptisch. Menschen konnten so leichtgläubig sein. Gerade die Menschen hier in den Dörfern waren ungebildet und einfach. Aber ihre Begeisterung wirkte echt. Es war bereits Nachmittag, als wir von weitem eine aufgeregte Menschenmenge sahen. Es mussten fast hundert Menschen sein, die sich außerhalb des Dorfes unter einer Baumgruppe versammelt hatten. Wir hörten von weiten schon Schreien und Jubel. In der Nähe der Menschenmenge sahen wir eine Gruppe Pharisäer, die mit verschränkten Armen verfolgten, was da passierte. Je näher wir kamen, desto klarer wurde uns, was es war. Jesus konnten wir zwar nicht sehen, aber er musste mitten unter den Menschen sein, denn immer wieder lösten sich kleine Gruppen aus der Menge, die lachten und tanzen und davon erzählten, dass er sie geheilt habe. Shimei und ich schüttelten die Köpfe, als eine ältere Frau uns fragte, ob auch wir gekommen waren, um uns von Jesus heilen zu lassen. Die Augen in ihrem faltigen Gesicht strahlten, als sie uns ungefragt davon erzählte, dass er ihren taub geborenen Enkel geheilt hatte. Jetzt erst sahen wir den Jungen an ihrer Hand. Er musste fast sechs Jahre alt sein. Er wirkte überfordert. Und sein Blick ging nervös hin und her. „Ruben! Sag den Männern, was passiert ist!" Die Alte hatte den Jungen sanft an den Schultern gefasst und ihn zu uns gedreht. Er zögerte, aber seine großen, dunklen Augen strahlten: „Ich kann hören!" Er stotterte leicht, und mich überkam ein Schauer. Dieser Junge sprach die Wahrheit, das konnte ich sehen. „Gehen Sie! Er macht jeden gesund!" Sagte die Frau zu uns und zog den Jungen jetzt weiter in Richtung Dorf. Da hörten wir einen grausigen Schrei aus der Menschenmenge. Einige Menschen stolperten zurück, da konnten wir den Mann sehen, der in der Mitte der Gruppe stand. Das Geschrei war furchteinflößend, aber der Mann stand ruhig da. Er schien auf etwas zu warten. Die Menschenmenge drängte zurück, eingeschüchtert von dem Geschrei. Allerdings wollte offenbar keiner verpassen, was da gerade geschah. Plötzlich brach der Schrei ab, und ein Raunen ging durch die Menge. Im nächsten Moment wurde gejubelt, geklatscht und die Menschen umarmten sich. Shimei und ich waren nun fast bei der Gruppe angekommen. Mehrere Männer lösten sich daraus und wandten sich zu uns. „Der alte Ephraim ist frei!!! Der Dämon hat ihn verlassen! Jesus hat ihn geheilt! "Nur mit Mühe konnte ich die Männer davon abhalten, mich zu umarmen und mit sich zu ziehen. Ich schaute zu Shimei, der mit offenem Mund dastand, den Blick auf diesen Jesus gerichtet.
Alle waren völlig aus dem Häuschen. Mein Blick ging zu der Gruppe Pharisäer. Sie jedoch standen noch immer mit verschränkten Armen da. Nur tuschelten sie jetzt miteinander. Ihre Missbilligung war sogar von hier aus zu sehen.
Ich rüttelte Shimei an der Schulter, um ihn aus der Starre zu lösen. "Wir haben einen Auftrag", sagte ich. Er nickte langsam und bedächtig und wir näherten uns der Menge bis auf zehn Schritte.
Von hier aus konnten wir Jesus nun deutlich sehen. Er hatte sich hingekniet und schien für eine junge Frau zu beten. Seine Stimme klang warm und zuversichtlich. Die Menschen drängten wieder nach vorne. Wir sahen alte und junge, schäbig gekleidete und offensichtlich Reiche. Jesus ergriff die Hand der Frau und wir konnten sehen, dass ihre Beine furchtbar dünn und verformt waren. Trotzdem zog er sie hoch. Einige Frauen hielten sich voller Entsetzen die Hände vor den Mund. Einen Moment lang hielt Jesus die Frau. Dann ließ er sie los. Ich konnte ihren Blick sehen. Ich sah zuerst Unglauben, dann Staunen und dann eine tiefe Freude. Ihr Blick ging zu Jesus, dann zu den Leuten, dann auf ihre Beine. Dann begann sie zu tanzen. „Ich kann wieder gehen!" Ihre Stimme klang so überrascht, und ihre Freude wirkte so echt, dass es auch mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Ich hörte Shimei neben mir flüstern: „Er ist es!" Und ich wusste, was er meinte. Konnte das wirklich der Messias sein?
Wir standen noch eine ganze Weile in der Gruppe. Immer neue Kranke wurden zu Jesus gebracht, und wieder und wieder sahen wir, wie er die Menschen gesund machte. Ich spürte, wie Glauben in meinem Herzen wuchs. Wie konnte ein normaler Mensch solche Wunder tun? Als Shimei mich nach vorne schob, erschrak ich. „Frag ihn!"
Also stolperte ein paar Schritte nach vorne. Jesus drehte sich zu uns um. Seine Augen blickten uns freundlich und abwartend an. Sein Mund lächelte. Er wirkte müde und stark gleichzeitig. Wieder legte Shimei seine Hand auf meinen Rücken. Diesmal klang seine Stimme eindringlicher. „Frag ihn! Abijah!"
Jesus blickte von Shimei zu mir und wartete. Endlich fand ich meine Stimme. "Johannes schickt uns. Bist du der Messias oder sollen wir auf einen anderen warten?" Jetzt wurden seine Augen noch sanfter. Er breitete seine Hände aus und zeigte auf die Menschen, die ihn noch immer umringten. „Die Blinden sehen die Lahmen gehen, Unreine werden heil, die Tauben hören, die Toten leben und den Armen wird die gute Botschaft verkündet. Und glücklich ist jeder, der sich nicht an mir stößt." Dabei ging sein Blick zu der Gruppe Pharisäer, die mit abweisenden Mienen noch immer in der Nähe standen. Plötzlich erkannte ich, dass ich war wie sie. Ich störte mich an Äußerlichkeiten und nahm mir selten Zeit für die Menschen, die mir begegneten. Ich hatte nur mich selbst im Blick. Jesus jedoch nahm sich Zeit, die Menschen wahrzunehmen. Er hörte sich ihre Geschichten an, berührte sie, heilte sie, liebte sie. Ich erkannte, dass auch ich so lieben wollte. Mir war, als hätte Jesus meine Gedanken gelesen, denn er kam einen weiteren Schritt auf mich zu und nahm mich in seine Arme. Ich ließ es geschehen. Heiße Tränen der Scham tropften auf seine Schultern. Es schien ihn nicht nur zu stören. Eine ganze Weile standen wir so da. Dann hielt Jesus mich auf Armlänge vor sich und nickte mir zu.
„Geht und sagt Johannes, was ihr gesehen und gehört habt." Shimei und ich machten uns zugleich auf den Weg zurück. Mein Herz war leicht. Wir hatten den Messias gefunden.
Donnerstag, 23. August 2018
Ist es erlaubt?
Oft offenbaren die Fragen die wir stellen, was wir glauben und unsere Vorstellung von Gott.
Ganz offensichtlich ist es hier, in der Begebenheit die ich in Lukas 14,1-6 lese: Es ist Sabbat. Der Tag ist heilig. Das bedeutet, es ist ein Tag, an dem wir ausruhen und uns auf Gott ausrichten sollen. Jesus ist zum Essen eingeladen. Ein wichtiger religiöser Leiter hat sein Haus geöffnet und offenbar recht viele Gäste eingeladen. Ebenfalls anwesend, ein Mann der schmerzhafte Wassereinlagerungen hat. Die Gäste sind gespannt. Jeder fragt sich, was Jesus tun wird.
Jesus stellt die Frage hier anstelle der Umstehenden, denn er weiß was sie umtreibt. ,,Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?“
Was für eine Frage. Aber sie offenbart eine Denkweise die völlig ausgerichtet ist auf das Gesetz. ,,Darf ich, oder darf ich nicht“, fragt derjenige, der glaubt, er könne sich Gottes Liebe durch gute Werke verdienen- und durch Fehler verlieren. Die Frage hätte auch eine ganz andere sein können?
Zum Beispiel: ,,Jesus, wirst du ihm helfen, er leidet schon so lange?“
Aber dort, wo wir unter Gesetz leben, das sehen wir den anderen nicht. Wir nehmen nur wahr, ob er sich an das Gesetz hält. ( zur Klärung: ich glaube dass das Gesetz als solches zutiefst wichtig, richtig und gut ist. Aber hier geht es um eine Denkweise, die das Gesetz über die Liebe stellt.)
Ich verstehe dieses Denken zu tiefst. Wenn ich selbst alles daransetze ES RICHTIG ZU MACHEN, und bereit bin dafür Opfer zu bringen, da wünsche ich mir, dass andere dasselbe tun. Denn wo ich in Unfreiheit lebe, möchte ich auch keinen anderen in Freiheit leben sehen. Auch wenn mich dieses Denken erschreckt, entdecke ich es doch immer wieder an mir.
Jesus kam in unsere Welt um uns den Vater und SEIN Herz zu offenbaren. Wenn der Sabbat nun ein Tag wäre, den ein liebevoller Vater im Himmel gesetzt hätte, damit wir zur Ruhe kämen und Zeit hätten, auf ihn zu schauen, dann wäre doch die Wiederherstellung eines Menschen der leidet, eine einzigartige Illustration seines Herzens, oder?
Oh, ich wünsche mir, dass wir Kinder der Freiheit seien, die es lieben, wenn auch andere in die Freiheit kommen dürfen.
Oh mögen wir mit den Augen unseres Vaters durch diese Welt gehen und anderen Seine Liebe und Sein Herz offenbaren. Dann wären wir alle Gesegnete.
Andreea = )
Ganz offensichtlich ist es hier, in der Begebenheit die ich in Lukas 14,1-6 lese: Es ist Sabbat. Der Tag ist heilig. Das bedeutet, es ist ein Tag, an dem wir ausruhen und uns auf Gott ausrichten sollen. Jesus ist zum Essen eingeladen. Ein wichtiger religiöser Leiter hat sein Haus geöffnet und offenbar recht viele Gäste eingeladen. Ebenfalls anwesend, ein Mann der schmerzhafte Wassereinlagerungen hat. Die Gäste sind gespannt. Jeder fragt sich, was Jesus tun wird.
Jesus stellt die Frage hier anstelle der Umstehenden, denn er weiß was sie umtreibt. ,,Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?“
Was für eine Frage. Aber sie offenbart eine Denkweise die völlig ausgerichtet ist auf das Gesetz. ,,Darf ich, oder darf ich nicht“, fragt derjenige, der glaubt, er könne sich Gottes Liebe durch gute Werke verdienen- und durch Fehler verlieren. Die Frage hätte auch eine ganz andere sein können?
Zum Beispiel: ,,Jesus, wirst du ihm helfen, er leidet schon so lange?“
Aber dort, wo wir unter Gesetz leben, das sehen wir den anderen nicht. Wir nehmen nur wahr, ob er sich an das Gesetz hält. ( zur Klärung: ich glaube dass das Gesetz als solches zutiefst wichtig, richtig und gut ist. Aber hier geht es um eine Denkweise, die das Gesetz über die Liebe stellt.)
Ich verstehe dieses Denken zu tiefst. Wenn ich selbst alles daransetze ES RICHTIG ZU MACHEN, und bereit bin dafür Opfer zu bringen, da wünsche ich mir, dass andere dasselbe tun. Denn wo ich in Unfreiheit lebe, möchte ich auch keinen anderen in Freiheit leben sehen. Auch wenn mich dieses Denken erschreckt, entdecke ich es doch immer wieder an mir.
Jesus kam in unsere Welt um uns den Vater und SEIN Herz zu offenbaren. Wenn der Sabbat nun ein Tag wäre, den ein liebevoller Vater im Himmel gesetzt hätte, damit wir zur Ruhe kämen und Zeit hätten, auf ihn zu schauen, dann wäre doch die Wiederherstellung eines Menschen der leidet, eine einzigartige Illustration seines Herzens, oder?
Oh, ich wünsche mir, dass wir Kinder der Freiheit seien, die es lieben, wenn auch andere in die Freiheit kommen dürfen.
Oh mögen wir mit den Augen unseres Vaters durch diese Welt gehen und anderen Seine Liebe und Sein Herz offenbaren. Dann wären wir alle Gesegnete.
Andreea = )
Freitag, 17. August 2018
Zuschauer?
Ich lebe ein kleines Leben, im Vergleich. Ich bin Hausfrau und Mutter. Ich lebe in Gemeinschaft mit meinem Mann, meinen Kindern, Freunden und Kirche. Ich tue was man halt so tut, als Hausfrau und Mutter.
Beim Lesen in der Bibel – ein Highlight meiner Tage – stoße ich auf eine Geschichte die mich herausfordert und ermutigt. Im Lukas-Evangelium Kapitel 13 ab Vers 22, wird Jesus von einem Menschen angesprochen. Dieser, wird nicht näher beschrieben, er ist einfach Jemand. Meine englische Übersetzung sagt: ein Bystander/ Zuschauer, Beobachter. Die Frage die ihn umtreibt ist nicht unwichtig:
,,Herr, sind es wenige die errettet werden?“
Jesu Antwort ist ungewöhnlich, mal wieder. ; )
,,...diejenigen, die wirklich große Dinge tun, wie Mutter Teresa zum Beispiel, die werden errettet werden.“ NEIN! Das sagt ER eben nicht, auch wenn uns diese Antwort wohl nicht überrascht hätte. Seine Worte sind folgende: ,,...es gibt Letzte, die werden Erste sein, und Erste die werden Letzte sein…“
Ach Jesus! Was meinst du damit? Ich lese noch mal die Verse davor und allmählich wird es klarer. Im Königreich Jesu geht es um die kleinen Dinge und um unser Herz. Es ist gar nicht so wichtig WAS ich tue, als WIE ich es tue, denn die kleinsten Entscheidungen haben Auswirkungen. Jesus sagt: ,,...setzt alles daran durch die enge Pforte einzutreten.“ Das ist die Haltung die den Unterschied macht. GANZHERZLICHKEIT. Ich fürchte das Wort gibt es nicht, aber ich kenne Menschen die so leben, und ich will zu ihnen gehören. Ich will alles daran setzen, so zu leben, wie es Jesus mir vorlebt. Das kostet mich etwas, aber es lohnt sich. Was in den Augen der Menschen in unserer Welt zählt, könnte in den Augen Gottes unwichtig sein. Das ist sehr ermutigend, denn ich lebe -wie gesagt- ein kleines Leben.
Dieser ,Jemand’ von dem die Frage kam, war noch nicht entschieden ob er sein Leben in den Dienst Jesu stellen wollte oder ob er lieber erst mal abwarten und zuschauen sollte.
Ich ermutige dich und mich, zur Ganzherzlichkeit.
Ich habe Jesus vor 26 Jahren ein verkorkstes Leben anvertraut, und staune jeden Tag darüber, wie reich beschenkt ich heute bin. Auch darum will ich ganzherzlich leben, ob ich nun Windeln wechsle, Wäsche wasche oder einen Blog schreibe.
Von Herzen Andreea = )
Sonntag, 24. Dezember 2017
Wozu bist Du bereit?
(Frei nach Luk 1,26ff)
Vorsichtig zog sie die Türe hinter sich zu. Es quietschte leise. Frische, kühle Luft empfing sie.
Dankbar trat sie hinaus. Die graue Plastikbank auf dem kleinen Balkon war ihr liebster Ort um durchzuatmen, ihren Gedanken nachzuhängen, aufzutanken.
Sie schaute auf die Mehrfamilienhäuser der Umgebung, dazwischen konnte sie den Himmel sehen. Marie setzte sich, ihre Schultern entspannten sich. Mit Deutsch, Mathe und GMT war sie fertig. Fleißig war sie normalerweise nicht, aber sie stand kurz vor den Prüfungen und konnte seit Tagen vor lauter Unruhe kaum schlafen. Der unverkennbare Duft von Kuchen stieg ihr in die Nase. Wahrscheinlich backte die Nachbarin vom vierten Stock unter ihnen. Wie immer freitags. Marie schlug ihre kleine Bibel auf. Diese Momente waren ihr zu einem kraftspendenden Ritual geworden. Sie schloss die Augen und dachte an Jo. Seit einem Monat waren sie zusammen. So lange hatte sie darauf gehofft, hatte sich in ihren Tagträumen eine gemeinsame Zukunft ausgedacht. Er war der süßeste Junge der Schule. Alle beneideten sie. Der Gedanke an ihn zauberte ein Lächeln in ihr hübsches Gesicht. Da hört sie merkwürdiges Geräusch.
Auf der Brüstung erscheint eine beängstigende Lichtgestalt. Marie schlägt die Hände vor den Mund aber ihr Schreckensschrei war schneller. Sie kann sich absolut nicht bewegen. Verwirrt und stocksteif blickt sie in das seltsame Gesicht. Es funkelt hell und blendet sie, wirkt aber freundlich. Marie wagt kaum zu atmen als der Engel sie mit seiner tiefen, beruhigenden Stimme anspricht: ,,Marie, geliebte Tochter des höchsten Gottes, mein Name ist Gabriel und ich habe eine ganz besondere Nachricht für Dich...“ Als der Engel seine ganze Botschaft beendet hatte
versuchte Marie zu ergreifen, was diese Aufgabe für sie bedeuten könnte.
Würde sie alle ihre Träume aufgeben müssen? Was,wenn Marie versagen würde? Hatte der Engel sich auch nicht in der Adresse getäuscht ?
Erwartungsvoll wartete dieser auf ihre Antwort.
,,Aber, wie soll das gehen“? fragte sie mit flatterndem Herzen.
,,Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Vertraust du IHM?“ Gabriels Worte erfüllten sie mit tiefem Frieden und Marie lächelte wieder. ,,Ja“, sagte sie mit klarer, lauter Stimme.,,Ich bin bereit.“
Ein Quietschen ließ sie herumfahren. Ihre Mutter stand in der Türe, und blickte sie fragend an.,,Marie, hast du geschrieen? Und wozu bist Du bereit?“
Diese zweite Frage, möchte ich uns allen mitgeben. Mögest auch Du ein ,,Ja“ haben, für Gottes Wege mit Dir.
Frohes Fest
Andreea = )
Montag, 16. Januar 2017
Einfach nur ein weiterer Tag?
Es war einfach nur ein weiterer Tag. Einsam und hungrig – nicht nur nach einem guten Mahl – lehnte er am kalten Stein. Er spürte die Kälte kaum mehr, war so taub geworden über die Jahre. Die Menschen in seinem Leben hatten ihn aufgegeben und er konnte es ihnen nicht verdenken, denn er war ein mieser Geselle. Unzählige Male hatte er die, die er liebte mit Füßen getreten, beleidigt und aufs Übelste beschimpft. Dass er mittlerweile von allen ausgeschlossen, hier hausen musste, war nur recht, und dennoch… er fühlte sich so hilflos.
Da war etwas in ihm das ihn immer wieder aufscheuchte und hetzte. Dann war es als verlöre er die Kontrolle und hinterher war alles immer noch schlimmer als vorher.
Er würde auch diesen Tag rumbringen.
Als die Sonne über den Hügeln in der Ferne aufging, keimte ein Hoffnungsschimmer in seinem einsamen Herzen: würde er jemals wieder leben,
in Gemeinschaft derer die er liebte,
mit einem richtigen Job,
und würden neben dem Schweren, auch Freude, Lachen und Träumen sein Dasein erfüllen?
Es war nur ein Gedankenblitz, aber es genügte um ihn für heute nicht sterben zu lassen.
Am See, sah er Fremde. Sie mussten sich verfahren haben, denn hierher wagte sich kaum jemand. Wie er noch darüber nachdachte wer sie sein könnten, spürte er wie die Rastlosigkeit und diese brennende Wut wieder von ihm Besitz ergriffen.
Er rannte auf die Gruppe Männer zu, Angst und Beklemmung packten sein Herz als er sich selbst schreien hörte:
,,Was willst du von mir Jesus, Sohn Gottes des Allerhöchsten? Ich flehe dich an. Quäle mich nicht!"
Der so Angesprochene stand ruhig vor ihm. Die entsetzten Blicke seine Freunde waren ein wohl vertrauter Anblick, aber dieser Eine schien unerschütterlich. Sein Blick war fest und seine Worte voller Autorität als er sprach.
Von einem Moment zum anderen waren der Hass und die Hoffnungslosigkeit einem tiefen Frieden gewichen, der ihn einzuhüllen schien wie die fremde Kleidung die man liebevoll über ihn legte.
Es fühlte sich ungewohnt an, aber gut, und er wusste dass sein tiefster Wunsch in Erfüllung gegangen war:
Er hatte neues Leben geschenkt bekommen; das Alte war vorbei und Neues war geworden.
Sein Herz füllte sich mit ungekannter Freude.
Es war nicht einfach nur ein weiterer Tag, heute war ein neuer Tag.
Frei erdacht nach einer wahren Begebenheit, erzählt im Lukasevangelium Kapitel 8 Verse 26-29.
Mögest Du Jesus begegnen und möge Sein Ja zu Dir in Dir neue Hoffnung auf Leben wecken und wirken. Heute.
Andrea = )
Freitag, 12. August 2016
...der Knecht den er liebte aber war sehr krank...
Ich habe diese vertraute Geschichte in Lukas 7, 1-10 so oft gelesen, aber angerührt von den Worten :,,Eines Hauptmanns Knecht aber, der ihm wert war..." habe ich diese Geschichte erdacht. Aber es hätte sich ja tatsächlich so zutragen können.... :)
Gaius konnte sich nicht an die Zeit erinnern in der Tertius zu ihnen gekommen war, denn das war noch vor seiner Geburt gewesen. Aber in jeder Erinnerung an seine Kindheit war er gegenwärtig, mit seiner zurückhaltenden Präsenz und seiner ruhigen gelassenen Art.
Gaius liebte sein freundliches Gesicht und die starken Arme, er war Teil seines Lebens. Jetzt aber lag Tertius auf der einfachen Pritsche, die wachsamen Augen geschlossen und sein Atem so flach, dass Gaius wiederholt die Panik ergriff und fürchtete alle Versuche seinen geliebten Freund zu retten wären bereits umsonst gewesen. Während er sorgfältig darauf bedacht war dem alten Knecht frisches Wasser einzuflößen und seinen ausgedörrten Körper vor Unterkühlung zu schützen, schaute er besorgt aus dem Fenster. Das Warten war schier unerträglich.
Er hatte seine ganze Hoffnung auf diesen Wanderprediger gesetzt. Man erzählte sich die wundersamsten Dinge. Wo immer er auftauchte wurden Menschen gesund.
Wie gerne wäre es selbst gegangen um ihn anzuflehen seinen treuen Diener zu retten, aber er musste hier bei ihm bleiben, das war er ihm schuldig.
Seine Gedanken schweiften ab und er erinnerte sich schmunzelnd an die unzähligen Dinge die er von diesem Mann gelernt hatte. Tertius stand ihm näher als er geahnt hatte. Gaius' Lächeln wich einer großen Traurigkeit als er sich seiner Gleichgültigkeit in den letzten Jahren bewusst wurde. Dieser langjährige Hausdiener war ihm unsterblich erschienen, bis er es plötzlich nicht mehr war...
Gaius' Blick glitt über den schlafenden Körper. Die Züge des Mannes waren ihm so vertraut, der Gedanke er könnte sterben, unerträglich. Tiefes Seufzen entfuhr seiner Brust.
Er hatte die Leiter der jüdischen Gemeinde geschickt. Sie würden die richtigen Worte finden. Jesus würde sich aufmachen um zu helfen, aber würde er rechtzeitig kommen? Zerrissen von Zweifel und Hoffnung hatte er seine Freunde hinterher gesandt. Er wusste, dass der Rabbi Jude war und sein Haus vermutlich nicht betreten durfte, aber den Berichten zufolge hatte er solche Autorität, dass ein Wort von ihm genügen würde… das war seine große Hoffnung.
Gaius fragt sich noch ob er seinen Botschaftern Geld und Geschenke hätte mitgeben sollen als Tertius sich rührte und zum ersten Mal seit Stunden seine Augen öffnete. Überraschenderweise war sein Blick fest und als er Gaius neben sich sitzen sah, lächelte er. Das Leben war in ihn zurückgekehrt und es gab keinen Zweifel daran wem er das zu verdanken hatte.
Als die Freunde am Abend voller Besorgnis zurückkehrten, hörten sie schon von ferne, dass der Galiäer Wort gehalten hatte.
Luk. 7, 1-10
Mögest Du dich in jeder Not an den wenden der hilft.
Andreea = )
Donnerstag, 7. Juli 2016
Das Vater unser Teil 11
Und erlöse uns von dem Bösen.
Gott hat den Menschen in seinem Bild geschaffen. In 1.Mose 3,4 lesen wir, wie der Feind diese kostbare Wahrheit infrage stellt. Eigentlich hinterfragt er Gottes Charakter, seine Güte. Bis heute hat er diese Taktik nicht verändert. Die vielen Herausforderungen im Leben, lassen uns immer wieder an diesem Fundament zweifeln, wo das passiert bekommt das Böse in unserem Herzen Raum.
Erlöse uns von dem Bösen, scheint mir eine Bitte und eine Aufforderung uns immer wieder auf das wichtigste zu besinnen.
Wenn Gott gut ist
wenn Gott für uns ist
dann können wir ihm vertrauen, auch wenn alles verquer zu laufen scheint.
Die große Versuchung heisst also nicht Facebook o.a. sondern an Gottes Güte zu zweifeln.
Gebet:
Vater, wo zweifle ich an deiner Güte? Danke das du mir neues Vertrauen schenkst.
Vater, wo zweifle ich an deiner Güte? Danke das du mir neues Vertrauen schenkst.
Bitte erinnere mich an das Gute dass Du in meinem Leben tust.
Wir beginnen und beenden das Gebet mit dem Wissen um einen Gott, der allmächtig ist, aber uns ein Vater sein will. Amen.
Andreea = )
PS
Hier endet das Vater unser offiziell. Ich hoffe es hat euch inspiriert...
Einen Abschlussblog schreibe ich voraussichtlich morgen.
Seid gesegnet :)
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